Der Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf die Whisky-Reifung
- Sven Vogel

- 3. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Wenn über die Reifung von Whisky gesprochen wird, stehen meist Fassart, Holz oder Lagerdauer im Fokus. Ein mindestens ebenso wichtiger, oft unterschätzter Faktor ist jedoch die Luftfeuchtigkeit im Lagerhaus. Sie beeinflusst nicht nur den Reifeprozess, sondern auch ganz konkret die Alkoholstärke, Aromatik und Balance des Whiskys. Im vorherigem Blog-Post sind wir auf die Lagertemperatur eingegangen. Dieser Post dient als weitere Ergänzung, da es ein komplexes Zusammenspiel aus Lagertemperatur und Luftfeuchtigkeit ist.

Warum Luftfeuchtigkeit bei der Whisky-Reifung so wichtig ist
Während der jahrelangen Lagerung verdunstet Whisky kontinuierlich durch die Fassporen – der sogenannte Angel’s Share. Dabei verdunsten Wasser und Alkohol nicht im gleichen Verhältnis, sondern abhängig von den Umgebungsbedingungen:
Hohe Luftfeuchtigkeit:→ mehr Alkohol verdunstet als Wasser→ die Alkoholstärke sinkt langsam
Niedrige Luftfeuchtigkeit:→ mehr Wasser verdunstet als Alkohol→ die Alkoholstärke steigt über die Jahre
Die Luftfeuchte entscheidet somit maßgeblich darüber, wie sich der Whisky entwickelt und ob er harmonisch reift oder aus dem Gleichgewicht gerät.
Beispiel aus den USA: Kontinentales Klima & trockene Lagerhäuser
Ein anschauliches Beispiel liefern einige Distillerien in den USA, insbesondere in Regionen mit kontinentalem Klima. Dort sind:
die Sommer sehr heiß
die Winter kalt
die Luftfeuchtigkeit oft extrem niedrig
In solchen Lagerhäusern verdunstet deutlich mehr Wasser als Alkohol.
Das Resultat: Die Alkoholstärke der Whiskys steigt im Laufe der Jahre teilweise deutlich an. Zwar entstehen dadurch intensive, kraftvolle Whiskys, jedoch kann die Reifung auch schnell unausgewogen oder zu dominant werden.
Dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, wie stark die Luftfeuchtigkeit den Charakter eines Whiskys beeinflusst.
Ideale Bedingungen: Warum 75–85 % Luftfeuchtigkeit optimal sind
Für eine ruhige, ausgewogene Whisky-Reifung gelten Luftfeuchtigkeitswerte von etwa 75–85 % als ideal.
In diesem Bereich:
bleibt der Angel’s Share moderat
Alkohol und Wasser verdunsten in einem ausgewogenen Verhältnis
die Alkoholstärke verändert sich nur langsam
der Whisky gewinnt Tiefe, ohne an Harmonie zu verlieren
Besonders für Single-Cask-Whiskys und kleinere Fassgrößen ist diese Balance entscheidend, da sie sensibler auf Umwelteinflüsse reagieren.
Der Schlosskeller bei Birds Barrel – ein natürlicher Reiferaum
Genau diese idealen Bedingungen finden unsere Fässer im historischen Schlosskeller, in dem die Whiskys von Birds Barrel reifen.
Hier herrscht ganzjährig eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von etwa 75–85 %, kombiniert mit nur geringen Temperaturschwankungen.
Das bedeutet konkret:
eine schonende, stressfreie Reifung
eine harmonische Entwicklung von Aromen
keine extreme Veränderung der Alkoholstärke
optimale Voraussetzungen für komplexe, ausgewogene Whiskys – auch nach nur wenigen Jahren
Der Schlosskeller ist damit kein technischer Lagerraum, sondern ein natürlicher Reiferaum, der dem Whisky genau das gibt, was er braucht: Zeit, Ruhe und Stabilität.

Fazit: Luftfeuchtigkeit ist ein Schlüssel zur Qualität
Die Luftfeuchtigkeit entscheidet maßgeblich darüber, wie ein Whisky reift und welchen Charakter er am Ende entwickelt. Zu trocken kann Stress und steigende Alkoholgrade bedeuten, zu feucht oder instabil kann die Reifung bremsen oder verfälschen.
Mit den konstanten 75–85 % Luftfeuchte im Schlosskeller bietet Birds Barrel ideale Bedingungen für Whiskys, die nicht nur reifen, sondern charaktervoll und ausgewogen wachsen.



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